Mein letzter Krake, in Rotwein geschmort

Ich schaffe es nicht Meeresgetier ohne schlechtes Gewissen zu verspeisen. Angesichts der traurigen Lage der Weltmeere finde ich das auch gut so und ich versuche Salzwasserbewohner von meinem Speiseplan zu streichen. Nun hat mir Benni aus Portugal eine wunderhübsche Konserve mit einer lokalen Spezialität mitgebracht: Polvo, also Octopus, in Öl. Zwei Jahre ist die Dose in den Unendlichkeiten meines Vorratsschrankes verschwunden. Ich wollte mich nicht damit konfrontieren, bis ich gesehen habe, dass das Ende der Haltbarkeit auf 2019 festgelegt ist. Kraken – bewundernswerte Geschöpfe. Manche sagen sie seien klüger als Menschen. Bis jetzt hatte ich nur in diversen Aquarien das Vergnügen sie zu beobachten. Aber selbst dort, in Gefangenschaft, haben sie eine magische Anziehungskraft auf Menschen. Am Krakengehege ist immer etwas los, niemand kann aufhören diesen mysteriösen Wesen zuzusehen. Und nun auf dem Teller. Wie dramatisch! Was tun mit der Konserve? Ich habe beschlossen den Kraken aus seinem Ölgrab zu befreien und ihn auf eine makabere Weise noch einmal glänzen zu lassen: als meinen letzten Kraken, geschmort in Rotwein. Weiterlesen

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Pumpkin Pie Spice & Kürbispüree

Was tun mit all dem Kürbis? Diese Frage stelle ich mir regelmäßig von Ende September bis in den Dezember hinein. Der Grund: Nach einem Topf Kürbissuppe bin ich mit dem Gericht für ein weiteres Jahr durch. Kürbiscrèmesuppe löst bei mir Ähnliches wie der Genuss von Teufelsrollern aus: Ein Mal alle heiligen Zeiten, gerne, doch bei häufigem Verzehr steigt in mir das ungute Gefühl auf, dass es am Teller und im Mund immer mehr wird. Nicht missverstehen, Kürbis per se liebe ich, nur eben nicht unbedingt als Suppe. Bleibt das nächst Alltagstaugliche: Kürbisgemüse aus dem Ofen. Dieses Gericht ist leicht in der Zubereitung und man kann alles verbrauchen, was an Gemüse oder Sonstigem noch im Kühlschrank ist. Doch tut man diesem besonderen Gemüse einen Gefallen, wenn man es nicht versucht vielfältiger einzusetzen? Diesen Herbst und Winter habe ich mir genau das zur Aufgabe gemacht: Explore the Pumpkin! Weiterlesen

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Caffè Shakerato

Manchmal ist es mir peinlich wie groß mein Faible für die italienische Küche -beziehungsweise ihre Einfälle – ist. Es ist fast schon ein Laster. Und möglicherweise stammen viele kulinarische Ideen, in die ich mich verliebt habe, ursprünglich gar nicht vom Stiefel ab. Dennoch, die grundlegende Philosophie „Mach aus dem Bisschen, das du hast, alles!“ bewundere ich sehr, egal in welchem Land sie gelebt wird. In Opicina, einem Örtchen, das auf dem Karst über Triest thront, hab ich diese Denkweise einst in einem Martiniglas serviert bekommen. Und heute, als mir die warme Frühlingsluft am Balkon um die Nase wehte, ist mir die Idee wieder eingefallen. Caffè Shakerato heißt das Getränk mit dem man an heißen Tagen beeindrucken kann. Weiterlesen

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Alles Babka & Pita or what?!?

Wie schwer kann es sein ein Pita Falafel Sandwich zu machen? Mit dieser Frage hat vor drei Wochen alles angefangen. In dem Kino, in dem ich arbeite, fand letzten Sonntag der Tag des Jüdischen Films statt. Kurzerhand haben meine Kollegin Sarah und ich beschlossen uns ein paar kulinarische Kleinigkeiten für unsere Gäste zu überlegen. Der Plan war einfach: Pita Falafel Sandwiches und Schoko Babka – eine Art Brioche-Schoko-Kuchen – nach einem Rezept aus Yotam Ottolenghis Kochbuch Jerusalem, sollte es geben. „Kann ja nicht so kompliziert sein, oder?“, dachten wir ganz unschuldig und stürzten uns blindlings ins Abenteuer. Weiterlesen

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Busiate al pesto trapanese

Endspurt: Langsam aber doch brechen die letzten Winterwochen in Wien an. Erfahrungsgemäß handelt es sich um die anstrengendste Zeit bis sich endlich der Frühling durchsetzt. Nebel, grau, Regen und Grantler. Genau die perfekte Gelegenheit um in den Erinnerungen vom letzten Urlaub zu schwelgen. Die Fotoobsessiven unter uns kennen es: Ist man beim Reisen oft mit genervten Kommentaren à la „Musst du alles fotografieren?“ konfrontiert, reißen sich zu Hause die Mitreisenden plötzlich um die Urlaubsfotos. Mir helfen diese Bilder gut über triste Tage hinweg. Man erinnert sich daran, wie schön es war die heiße Luft des Südens auf der Haut zu spüren oder – in 90% der Fälle – wie lecker das Essen schmeckte. Beim letzten Sizilienurlaub habe ich einige Rezepte mitgenommen. Ich muss gestehen, dass ich – um die Urlaubserinnerung durch diese Speise wachzuküssen – zwei Glashaustomaten eingekauft habe. Außerdem habe ich dafür das allerletzte Blatt von meinem Basilikum abgerissen und den Strauch damit in seinen wohlverdienten Wintertod geschickt. Auch wenn Busiate al pesto trapanese mit Sommertomaten natürlich um Welten besser schmecken, bringt das Gericht auch in den Übergangszeiten Sonne auf den Teller. Es ist unglaublich einfach, aber so gut! Weiterlesen

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Vegetarische Wan Tan Suppe

Speziell im Winter liebe ich asiatisches Essen. Vor allem die suppenlastigen Gerichte. Die einzigartigen Geschmäcker von Koriander, Chili, Ingwer, Tofu und Sojasauce entführen mich schnell ins Reich der Mitte. Heute gibt es Wan Tan Suppe, allerdings werde ich sie – ganz unauthentisch – vegetarisch zubereiten. Wem die Teigherstellung zu zeitaufwändig ist, kann die Wan Tan Teigblätter auch portioniert und zum Füllen bereit in gut sortierten Asia Läden erwerben. Da Basteln aktuell als Workout der Seele gehandhabt wird, empfehle ich allerdings die Teig-Eigenproduktion. Denn auch wenn das ein oder andere Wan Tan misslingt, schmecken tun sie alle gut und man kann sehr stolz auf sich sein. Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Wan Tan beim Kochen zerplatzt, aber die Aggression dauert meistens nur solang an, bis der erste Löffel vom Gesamtkunstwerk geschlürft wird. Bemühen – Anstrengung – Misserfolg – Frustration – erneutes Bemühen – Genuss – Glück … deshalb heißt es Workout! Weiterlesen

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Pekingente und die hohe Kunst sich selbst zu belügen

Man hat es nicht leicht, wenn man mit Idealen lebt. Vor kurzem habe ich beschlossen kein Fleisch mehr aus fragwürdiger Herkunft auswärts zu essen. Wenn es Fleisch sein soll, dann pilgere ich zum Fleischer meines Vertrauens und bereite es selbst zu. Soweit die Theorie. Nach dem Jahreswechsel und den Anstrengungen der Feiertage wollte ich mit einer Gruppe von Freunden mit einem Festmahl ins neue Jahr starten. Was eignet sich da besser als ein orgiastisches Beisammensein mit seinen Liebsten und Bergen von Fleisch? Und genau an dieser Stelle wurde ich schwach und musste entscheiden ob ich Tofu oder Ente esse. Allerdings ging es nicht um irgendeine Ente, sondern um die grandiose, sagenumwobene Pekingente. Weiterlesen

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Reicher Ritter mit Kirschkompott und Vanillesauce

Die Feiertage sind vorüber und die Kühlschränke voller Essensreste. Vor allem die Berge an Weißbrot erinnern an die Fondue und Raclette-Orgien der Festtage. Was kann man also damit tun? Am einfachsten ist es das Brot trocknen zu lassen, in Würfel zu schneiden, an Enten zu verfüttern oder irgendwann Semmelknödel daraus zu machen. Wer allerdings Lust auf etwas Süßes hat, dem kann ich reiche Ritter sehr ans Herz legen. Im Unterschied zu armen Rittern (alte Weißbrotscheiben, die in eine Milch-Ei-Mischung getaucht und in Butter herausgebraten werden) kommt bei reichen Rittern eine Beilage in Form von Vanillesauce oder Kompott dazu. Ich finde allerdings, dass es nur mit Sauce u n d Kompott eine runde Sache ist. Weiterlesen

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Goldene Milch

Dieses, eines meiner Lieblings-Betthupferln, geht an all jene da draußen, die sich derzeit leicht angeschlagen und krank fühlen, denen Tee mittlerweile bei den Ohren herauswächst und die auf der Suche nach einem neuen Getränk vor dem Einschlafen sind. Goldene Milch ist eine Gewürzmilch, die je nach Belieben und Verträglichkeit mit jeder Art von Milch zubereitet werden kann. Ich mache es klassisch mit Milch von der Kuh, aber das kann kreativ ausgetauscht werden. Einige denken sich bei den Zutaten wahrscheinlich „What?!? Da ist schwarzer Pfeffer drin?“, aber genau diese Gewürz-Kombination macht die goldene Milch so speziell… Weiterlesen

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Lisis Wohlfühlnudeln

Jeder Mensch hat seinen eigenen Kochstil, der sich wie eine persönliche Handschrift über den Teller legt. Und das verrät einiges. Meine Freundin Mona zum Beispiel: bei ihr heißen Rezepte „Verrückter Kürbis“, „Drink mit Spaß“ und wenn sie etwas „Smoothie“ nennt, weiß man nie was beim Verzehr auf einen zukommt. In ihrem Gewürzregal stehen Gläser mit der Aufschrift „Kebab, Oida!“ und ich habe keine Ahnung was drin ist. Sie stellt immer eine Geschichte in den Mittelpunkt, nie die Zutat. Oder meine Freundin Lisi. In ihrem Leben deckt sie sich mit unendlich vielen Dingen ein: Termine, Kurse, Weiterbildungen und vieles mehr. Ich habe immer das Gefühl, dass sie zu wenig Zeit hat. Dabei liebt sie Entspannung und sehnt sich oft nach Freizeit und Couch. Genau das widerspiegelt sich in ihrer Art zu kochen: ihre Küche ist eine bodenständige, in der Seelenfutter regiert. Sie macht super Kartoffelpfannen, Eiergerichte, Suppen und eben auch die mir sehr ans Herz gewachsenen Wohlfühlnudeln. Weiterlesen

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